Ich habe immer vermieden mich Minimalist zu nennen und mir viele Gedanken darüber gemacht. Sobald man das Wort Minimalist nutzt, wird man angreifbar und auch angegriffen – vielleicht war das der Grund. Mittlerweile freue ich mich, wenn mich mal jemand in einer Diskussion darüber herausfordert. Also nutze ich das Wort. Und schau da: Schon erklärt mir jemand, dass ich ja gar kein Minimalist sein kann, weil ich ja z.B. ein Smartphone besitze. Okay... Herausforderung geht anders.

Wie auch immer.. das Wort hat etwas besonderes. Jeder hat irgendeine vermeintlich starke Haltung dazu. Es ist wie mit dem Bedingungslosen Grundeinkommen. Götz Werner sagte mal ein einem Vortrag darüber mal sinngemäß: Wenn ihr gelangweilt von eurer Familienfeier seid, schmeisst das Thema BGE in die Runde und es wird mit Sicherheit rund gehen.

Das Wort ist ja eigentlich egal. Es gibt ja keine allgemeingültige Definition. Daher auch die Verwirrung mit dem Smartphone-Argument. Aber die Unterhaltungen darüber sind immer ...na gut ...in den meisten Fällen... sehr spannend.

Ich habe also immer wieder in Gesprächen nach einer Definition gesucht. Die Erkenntnis: Es ist fast unmöglich. Ich versuche es trotzdem mal hiermit:

»Einen minimalistischen Lebensstil haben« bedeutet, sich aktiv mit dieser Frage zu beschäftigen: Wieviel Besitz brauche ich für ein glückliches Leben.

Die Frage beinhaltet nicht mal das Wort »Minimum«. Die Antwort auf die Frage könnte also theoretisch sogar lauten: »So viel wie nur irgendwie möglich!«. Meiner Erfahrung nach kommen Menschen während der Suche auf andere Antworten. Und vor allem auf sehr unterschiedliche.

Deshalb macht es keinen Sinn anderen zu erzählen, wie sie leben sollen. Macht es ja eh nie. Minimalismus ist ohnehin nicht die einzige Antwort – es ist nur die einzige, die dem Nils sinnvoll erscheint. Wenn ihr eine Bessere habt, schreibt sie in die Kommentare oder noch besser – lebt sie mir vor :)

So. Ich geh dann mal in‘s Wahllokal um die Prozente einer bestimmten Partei klein zu halten.